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  >  Japan   >  Tokio – die größte Metropolregion der Welt

Tokio – die Stadt, welche Tradition und Moderne perfekt vereint. Ein alter Tempel der vor einem Wolkenkratzer steht? So etwas erlebt man wahrscheinlich nur hier. Diese Stadt hat einfach so viel zu bieten: Tempel besuchende Mädchen in Kimonos; außergewöhnliche kulinarische Erlebnisse; ohrenbetäubende Spielhallen; Manga Figuren in den Schaufenstern; geschäftige Geschäftsleute; volle U-Bahnen; die coolste Straßenkreuzung der Welt; getunte Autos, die Nachts durch die Straßen heizen und gleichzeitig ist es doch die ruhigste Großstadt der Welt. Kaum Verkehr im Stadtkern und der Flüsterbeton machen das Flanieren im Zentrum sehr angenehm. Zudem sprechen Japaner normalerweise nicht viel in den öffentlichen Verkehrsmitteln miteinander und wenn, dann sehr leise.
Wir lieben Tokio und es ist bis jetzt mit Abstand unsere Lieblingsgroßstadt. Fünf Tage haben wir hier verbracht und hätten locker noch ein paar Tage dranhängen können. Obwohl wir sonst lieber in der Natur sind und nicht so große Fans von Großstädten sind haben wir uns sehr schnell in Tokio verliebt.

Transport innerhalb Tokios

Haben wir schon erwähnt, dass Tokio die größte Metropolregion und gleichzeitig die Bevölkerungsdichteste Region der Welt ist? Also wie bewegt man sich nun in so einem Ort am Besten fort? Klar, man kann ein wenig schlendern und zu Fuß auch viel erkunden – vorausgesetzt man bleibt in einem Stadtteil. Stattdessen empfehlen wir die (oftmals überfüllten) U-Bahnen. Wir haben den Japan-Railway (JR – das staatliche Transportunternehmen von Japan) Pass vorab gekauft und konnten dadurch mit allen JR Linien fahren.
Das U-Bahn Netz ist etwas kompliziert, denn mit dem Pass darf man nicht einfach überall fahren. Es gibt auch private Linien, die andere Tickets nutzen. Man muss ein bisschen darauf schauen, an welchem Automaten man sein Ticket dann kauft.
Eine wundervolle Anleitung zum U-Bahn Fahren findet ihr hier auf Wanderweib.de denn besser könnten wir es nie erklären.

Sensō-ji in Asakusa

Wer eine Idee davon bekommen möchte, wie voll es in Tokio werden kann, sollte abgesehen von U-Bahn fahren, den Sensō-ji Tempel besuchen. Asakusa ist ein noch recht ursprünglich und gerade deshalb sehr touristischer Stadtteil. Natürlich steht genau hier der berühmteste buddhistische Tempel Tokios. Die Hauptattraktion ist hier die Haupthalle. Wir waren zwei mal hier, einmal vormittags, als die Haupthalle geöffnet hatte und einmal bereits Abends, als die Haupthalle geschlossen hatte. Abends war kein Mensch da und man konnte die Anlage viel besser genießen, auch wenn man eben keinen Einblick in die Halle hat.
Der Eintritt in den Tempel ist kostenfrei.

Sensō-ji in Asakusa bei Nacht

Akihabara

Akihabara – oder auch Electric Town genannt ist das Multimedia Viertel Tokios. Dort angekommen, erkennt man auch sehr schnell, weshalb dieser Stadtteil einen solchen Ruft hat. Denn plötzlich schallt J-Pop aus den Geschäften und überall sind Merchandise von Manga, Anime und Videospielen zu sehen. Akihabara war von allen Stadtteilen die wir in Tokio besucht habe der lauteste, aber Claudia hat sich super wohl gefühlt. Während Alex ziemlich perplex, ja sogar leicht überfordert war, grinste Claudia wie ein Honigkuchenpferd. Ja, für einen Mangafan besteht das Paradies nunmal nicht immer nur aus Palmen. Wir haben uns also durch die Shops und Spielhallen (Achtung, brutal laut!) gewühlt und haben letztlich noch das Radio Kaikan unsicher gemacht. Merchandise auf acht Stockwerken – was will Nerd mehr?
In Akihabara hat es übrigens einige Maid Cafés. Junge Mädchen stehen im Dienstmädchen Outfit vor den Lokalen und verteilen fleißig Flyer um die Leute hinein zu locken. Es ist nicht so günstig, da man bereits ein Eintrittsgeld zahlen muss und die Preise für die Verpflegung sind auch nicht ohne. Das Highlight ist aber auch nicht das essen, sondern die Mädchen, die das Essen in ihren Outfits servieren und dabei das süßeste Lächeln schenken. Maid Cafés sind besonders beliebt bei Männern, werden aber durchaus auch von Frauen besucht. Hier gilt zum Glück die Regel: nur gucken – nicht anfassen.
Wer übrigens gerne Manga und Anime Merchandise kaufen möchte, sollte sich die Character Street in der Nähe des Bahnhofs Tokio ansehen.

Shibuya Crossing

Im berühmten Stadtteil Shibuya findet sich sie bekannteste Straßenkreuzung Tokios, oder vielleicht sogar der Welt? Okay, okay, sie ist jetzt nicht gigantisch, aber dennoch imposant. Alle Fußgängerampeln schalten gleichzeitig auf grün und dann laufen die Massen über diese Kreuzung – es ist unglaublich. Aber dennoch nicht hektisch, alles geht sehr geordnet voran.
Selbst über die Kreuzung zu laufen ist super spannend, aber toller ist es sich den Ameisenhaufen von oben anzusehen.
Geht auf keinen Fall in das Starbucks Café, von dort hat man keinen guten Blick. Es war permanent überfüllt als wir von aussen reingeschaut haben. Deutlich empfehlenswerter ist die Aussichtsplattform im Magnet Einkaufszentrum. Das hat im achten Stockwerk eine extra Aussichtsplattform auf die Kreuzung eingerichtet. Der Eintritt kostet hier 600 Yen pro Person.
Ab circa 17:00 Uhr beginnt auf der Kreuzung übrigens die Rush Hour und es wird entsprechend am interessantesten.

Tsukiji Market

Berühmt vor allem für delikaten Fisch und Meeresfrüchte ist der Tsukiji Market einen Besuch Wert. Außer man mag keinen Fisch – so wie Claudia. Deshalb ist Alex eines Morgens alleine zum Markt aufgebrochen und hat sich durch die verrücktesten Lebensmittel geschlemmt.

Neonlichter in Shinjuku

Wir sind uns einig, dass Shinjuku definitiv einer unserer Lieblings Stadtteile war – wenn nicht sogar der interessanteste.
Das Vergnügungsviertel mit dem abgedrehten Robot Restaurant, super vielen Cosplayern (Menschen, die sich wie in einer Serie, Anime, Game, etc. verkleiden) und überhaupt extravagant gekleidete Menschen, ist für uns etwas ganz besonderes gewesen. Abends hat es so viele Leuchtreklamen, dass man sich wie im Film fühlt. Apropos Film: Auf einem der Kinos gibt es einen riesigen Godzilla Kopf. Für Filmliebhaber ein absolutes Muss sich diesen anzusehen.
Unser erster Stopp war das berühmte Viertel Golden Gai. Nirgends gibt es so viele Kneipen und Bars auf einem Fleck wir hier. Die Gassen sind definitiv fotogen, doch tagsüber ist hier nichts los. Wir sind nur einer Handvoll Menschen begegnet. Viele Kneipen erheben übrigens eine Eintrittsgebühr, ähnlich wie die Maid Cafés. Wieso das so ist, wissen wir nicht, aber vielleicht hat das Golden Gai mittlerweile einen so großen Bekanntheitsgrad, dass sich die Besitzer vor Schaulustigen schützen möchten.
Eine definitiv erwähnenswerte Gasse ist die „Piss alley“ oder auch Omoide Yokocho. So muss es noch vor einigen Jahrzehnten überall in Japan ausgesehen haben. Abgesehen davon, dass die kurze Gasse super authentisch und ebenfalls sehr fotogen ist, haben wir hier auch extrem gut gegessen. Wir wissen den Namen der Lokalität nicht, aber es war toll dort Platz zu nehmen und ausschließlich mit einheimischen zu essen.

Meiji-Schrein

Für Ruhe Suchende bietet sich der Meiji Schrein im gepflegten Yoyogi Park an. Der Shintō-Schrein ist zwar auch gut besucht, aber im Park selbst findet man definitiv viel Ruhe. An jedem Eingang zu einem Shintō-Schrein findet sich übrigens ein Torii. Das sind die, meist hölzernen, Eingangstore. Der Eintritt ist kostenlos und bietet sich an, wenn man genug hat vom Großstadt Jungle.

teamLab boarderless – Digital Art Museum

Bekannt geworden Dank Social Media (besonders durch einen ganz speziellen Raum) ist das digital Art Museum „TeamLab boarderless“.
Das Museum bietet einem Licht und Klangerlebnisse, welche super zum entspannen und träumen einladen. Man kann sich frei durch die Räume bewegen und diese auch mehrmals besuchen. Wir haben vorab gehört, dass der Andrang unglaublich groß ist. Bei uns war es aber in Ordnung, wir hatten Tickets vorab gekauft und mussten am Eingang nur fünf Minuten warten.
Der einzige Raum, der unglaublichen anstrengend gewesen ist, heißt „Forest of Resonating Lamps“. Ein Lichtermeer aus Lampen, wie im Film Rapunzel. Wenn man sich den Lampen nähert, verändert sich die Farbe. In diesen Raum wollen alle. Ausnahmslos. Und deshalb wird die Anzahl der Besucher für diesen Raum kontrolliert und limitiert sowie die Aufenthaltsdauer auf zwei Minuten beschränkt. Bei unserem ersten Durchgang haben wir etwa 30 Minuten gewartet um in den Raum zu kommen! Wir waren nicht zufrieden mit den Fotos und sind kurz vor Schluss noch einmal zum Raum gegangen. Drei mal haben wir uns angestellt und es war nichts mehr los, wir mussten auch praktisch nicht mehr warten. Bei unserer letzten Runde war nur noch ein einziges Paar mit im Raum.
Wenn ihr euch die Warterei also ersparen wollt, dann geht 10 Minuten vor Schließung des Museums in den Raum.
Wir müssen aber dazu sagen, dass wir in der Nebensaison und an einem japanischen Feiertag dort waren. Zur Hauptsaison kann das durchaus noch voller werden und zu längeren Wartezeiten führen.

Fotospot Tokyo Plaza Omotesando Harajuku

Der Eingang dieses Einkaufszentrums ist durch Instagram bekannt geworden, weshalb hier immer Leute stehen, nur um Fotos zu machen. Das Einkaufszentrum selbst hat uns auch nicht interessiert und wir sind tatsächlich auch nur zum Fotos schießen hergekommen.

Restaurant Tipps

Yamagasa no Ryu – sehr authentisches Restaurant um lecker Ramen zu essen. Eher versteckt und bezahlt wird vorab an einem Automaten.
Pokémon Café – Der Name ist Programm. Hier werden zu recht hohen Preise Pikachu Pancakes und andere Pokémon-artige Leckereien serviert. Wir haben dort nicht gegessen, da die Wartezeit eine Stunde betrug.
Tonkatsu Maisen Toyama Honten – angeblich das beste Schnitzel Tokios soll es hier geben. Es war immer super voll und wir haben nie einen Platz bekommen, aber das Geschäft hat einen kleinen Stand draussen und dort hat Alex probiert und für sehr gut befunden.
Usagi – Kleines tolles und auch wieder authentisches Ramenlokal in Shibuya.

Das wars?

622 km² und über 9.000.000 Einwohner und mehr hat Tokio nicht zu bieten? Auf keinen Fall! Wie gesagt sind die fünf Tage viel zu wenig für diese Monster-Stadt! Es gibt noch unglaublich viel zu sehen, wie den Tokyo Tower, Harajuko, Roppongi Hills, und, und, und…
Tokio – wir werden definitiv wieder kommen.

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