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  >  Schottland   >  Glasgow – freundlich und rau zugleich

Was macht man, wenn die beste Freundin für einige Monate beruflich nach Schottland geht? Selbstverständlich besuchen fliegen! So hat es uns vor kurzen nach Glasgow verschlagen, die größte Stadt Schottlands (und zweitgrößte des vereinten Königreiches). Aus Deutschland hätten wir tolle Flüge haben können, von Zürich war es dann doch ein wenig umständlich mit Zwischenstopp so eine kurze Strecke zu fliegen. Aber was tut man nicht alles für eine Freundin und den Reisedrang. Die Industriestadt Glasgow ist dreckig und rau. Um meinen Mann zu zitieren „Überall ist Dreck, an jeder zweiten Ecke liegt Kotze rum – aber verdammt ist diese Stadt cool!“, denn trotz dieser Rauheit sind die Glasgower unfassbar freundlich. Du rempelst jemanden versehentlich an und er entschuldigt sich zweimal. Ständig bedanken sie sich für alles, egal was. Sie sind wirklich lieb diese Glasgower und das kombiniert mit der industriell geprägten Stadt macht Glasgow einfach besonders!

PUBS AN JEDER ECKE

Glasgows Straßen sind voller Bars und Pubs und es waren immer viele Leute unterwegs. Das Flair, den die Stadt ausgestrahlt hat, war so, wie ich mir eine schottische Stadt vorgestellt habe. Wir waren in einer klasse Bar, sie heißt „Waxy O’Connor“ und sie ist von drinnen einfach 20 Mal größer, als ich es erwartet hätte. Es sind so viele Räume, teilweise wirken sie versteckt, manchmal sind sie durch Treppen verbunden und alles wirkt ganz wirr. Die Bar hätte aus Harry Potter oder Der Herr der Ringe stammen können. Alleine für diese Kulisse, hat es sich gelohnt etwas trinken zu gehen.

Ganz klare Empfehlung von mir, wenn ihr Mal in Glasgow seid.

THE LIGHTHOUSE

Ich hatte vorab etwas vom Lighthouse gelesen, ein Museum im Stil eines Leuchtturms. Ich mag Leuchttürme und wollte mir diesen gerne anschauen. Das Lighthouse ist ziemlich hoch und man hat von Oben eine super schöne Aussicht auf die Stadt. Im Gebäude selbst, haben wir uns allerdings nicht lange aufgehalten. Erst dachten wir, es wäre auch nicht wirklich etwas zu sehen, dann haben wir aber zufällig einen Raum mit Ausstellungsstücken gefunden wie

z. B. die Historie von Mackintosh (einem schottischen Architekten), was dann doch interessant war. Dies war jedoch sehr schlecht ausgeschildert, sodass wir fast daran vorbeigegangen wären. Scheinbar waren die anderen Etagen geschlossen, ich bin nicht sicher.
Der Eintritt ist übrigens kostenlos, wie bei allen Museen in Schottland. Ansonsten hätte ich mich wahrscheinlich geärgert, dass es so wenig zu sehen gab.
Für die Aussicht lohnt es sich aber herzukommen.

KELVINGROVE PARK & MUSEUM

Unser Hotel war in der Nähe des Kelvingrove Parks. Wir sind ganz unvoreingenommen hinspaziert und haben auch das Kelvingrove Museum entdeckt. Was uns aber noch viel mehr interessierte, war ein riesiges Gebäude weiter im Hintergrund: Die „University of Glasgow“, welche beeindruckender nicht hätte sein können. Mir ist wirklich die Kinnlade runter gefallen. Ich meinte zu meinem Mann noch „Ich fühle mich hier wie in Hogwarts“ und im nach hinein habe ich auch erfahren, dass die Universität scheinbar J. K. Rowling zu Hogwarts inspiriert haben soll. Für mich war das keine Uni, für mich war das ein fantastisches Schloss. Da wir nicht wussten, wo man überall hineingehen darf, haben wir uns das Gebäude nur oberflächlich angesehen. Wir sind in ein paar Räume zwar hereingegangen aber mehr auch nicht. Wer hier in der Ecke unterwegs sein sollte, muss unbedingt hier hinschauen.
Nachdem wir uns die Universität angesehen haben, sind wir in das Kelvingrove Museum gegangen. Das Museum ist sehr groß, wir haben es auch hier nicht geschafft und alles anzusehen. Es gibt kostenlos geführte Touren von Ehrenamtlichen Mitarbeitern, wovon wir auch bei einer teilgenommen haben. Bis zum Beginn der Tour hatten wir noch eine Stunde Zeit und haben uns daher die Ausstellung über Ägypten angesehen. Es war unter anderem auch ein Sarkophag zu sehen. Achtung, Gänsehaut Faktor! 
Das Museum ist eine bunte Mischung aus allem möglichen, teilweise ausgestopfte Tiere, Gemälde, archäologische Fundstücke und Erklärungen, welche Tiere wann in Großbritannien gelebt haben und das alles aus unterschiedlichsten Epochen. Definitiv ein Museum in dem auch Kinder ihren Spaß haben werden. 
Am Museum gibt es auch eine Parkanlage, in der man spazieren gehen kann. Da es bei uns geregnet hat, haben wir uns den Spaziergang aber gespart.

Und das alles wie bereits gesagt kostenlos.

DUKE OF WELLINGTON

Spätabends waren wir noch im Zentrum unterwegs Richtung St. Mungo’s Cathedral. Irgendwann auf dem Weg findet sich die Statue des Duke of Wellington. Die Statue ist recht bekannt, allerdings nicht, weil sie so ein schönes Denkmal ist, sondern weil seit ca. den 80ern permanent eine Pylone auf dem Kopf des Dukes thront. Die Polizei musste den Leitkegel regelmäßig entfernen, aber der Duke hatte nach einer gewissen Zeit einfach einen neuen auf dem Kopf.

Da die Entfernungsaktion auf Dauer allerdings zu teuer kam (pro Einsatz ca. 100 Pfund) hat man den Leitkegel einfach auf dem Kopf gelassen. Bis heute.
Mann kann sich das Denkmal also auch so ansehen. 
Die bereits erwähnte St. Mungo’s Cathedral ist übrigens auch einen Blick wert, wenn auch nur mal kurz von außen. Durch die Dunkelheit wirkte die Kathedrale recht bedrohlich, ich würde sie gerne einmal bei Tageslicht sehen. Fotos vom Spaziergang gibt es übrigens keine, da es schon dunkel war. 

SONSTIGES ERWÄHNENSWERTES

Die Einreise nach Glasgow ist aktuell sehr unkompliziert, wie es nach dem Brexit aussehen wird, wird sich zeigen.

Wir benötigten keinen Reisepass oder ein Visum. 

Schottland ist recht teuer, aber verglichen zu England empfanden wir die Kosten als angemessen.

Wenn ihr vorhabt mit dem Bus in Glasgow zu fahren, solltet ihr wissen, dass die Stationen nicht angesagt oder angezeigt werden und oftmals gibt es mehrere Stationen mit dem selben Namen. Wir hatten nebenbei Google Maps und unser GPS an um zu sehen, wann wir in der Nähe von einer gewünschten Lokalität sind. 

Und abschließend unnützes Wissen: Meine beste Freundin, welche jetzt einige Wochen in Glasgow verbracht hat, erzählte mir, dass der deutsche Akzent für die Schotten wie der französische klingt. So wurden sie und ihre deutschen Kollegen bereits öfter gefragt, ob sie Franzosen seien.

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