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  >  Thailand   >  Elephant Care Park in Phang-Nga

Elefanten – wunderschöne, sanfte Riesen. Es ist bekannt, dass sie hoch entwickelte Gehirne haben. Sie können – wie auch Menschen – eine Vielzahl an Gefühlen erleben. Es wurde auch schon beobachtet, dass sie um ihre Verstorbenen trauern und ein extrem gutes Gedächtnis haben. Diese wundervollen Tiere werden jedoch in Thailand für etwas sehr verwerfliches missbraucht: Elefantenreiten.

Warum Elefantenreiten Tierquälerei ist

Elefantenreiten ist eine der beliebtesten Aktivitäten für Touristen in Thailand. Früher wollte Claudia auch immer auf einem Elefanten reiten. Das hatte irgendwie was ziemlich exotisches – wie aus einem Film. Ein bisschen Dschungelbuch Vibes sozusagen. Nach unserer Erfahrung des Kamelreitens ins Marokko hatten wir gemischte Gefühle und haben uns mal über diese Thematik eingelesen – vor allem das Elefantenreiten.
Als wir in Phuket umhergefahren sind, haben wir in regelmäßigen Abständen die Schilder zum Elefanten Reiten gesehen. Wir sind auch ein paar Mal an den Camps vorbeigefahren. Die Elefanten waren angekettet und konnten sich kaum bewegen. Einmal haben wir beobachtet, wie ein Mahout (der Elefantenführer) den Elefanten ausgepeitscht hat und das ist leider auch an der Tagesordnung. Wie bereits geschrieben, haben Elefanten ein extrem gutes Gedächtnis, merken sich diese Misshandlung und leiden sehr stark darunter. Es ist auch schon vorgekommen, dass sich Elefanten bei ihren Mahouts gerächt haben, wenn diese mal einen Moment nicht aufgepasst haben.
Abgesehen davon, dass die Elefanten eine wirklich schlimme Tortur mitmachen müssen, bis sie seelisch so gebrochen sind und sich dem Touristenvergnügen zu unterwerfen, ist das Reiten selbst absolut schmerzvoll für sie.
Asiatische Elefanten sind viel kleiner und haben einen eher gewölbten Rücken im Gegensatz zu ihren afrikanischen Artgenossen. Die Wölbung am Rücken ist sehr empfindlich, weshalb sie dort nicht viel Gewicht vertragen. Selbst eine Person in einem Sattel ist schon zu schwer für die armen Seelen. Trotzdem sieht man immer wieder mehr als eine Person auf einem der Tiere sitzen.

Wenn ihr die Möglichkeit habt, diese typische Touristenattraktion auszuprobieren, dann appellieren wir hier an euer Herz: Tut es nicht. Wenn ihr die wunderschönen Tiere näher kennenlernen möchtet, gibt es besondere Parks, die sich darauf spezialisiert haben, ohne die Tiere zu quälen.

Elephant Care Park

In mehreren Teilen Thailands gibt es spezielle „Care Parks“ oder auch „Elephant Sancuarys“ in denen Elefanten vom Reiten freigekauft oder gerettet wurden. In diesen Parks kann man die Tiere füttern oder sie bei ihrem Schlammbad unterstützen.
Wir haben uns für den Elephant Care Park in Phang-Nag entschieden, da dieser aus Phuket noch gut zu erreichen war.
Die Tour haben wir vorab über Get Your Guide gebucht (Hier geht’s zur Tour*) und wurden pünktlich um 08:00 Uhr morgens aus unserem Hotel abgeholt. Wir haben unterwegs noch eine vierköpfige australische Familie eingesammelt und sind dann in 2.5 Stunden aufs südliche Festland gefahren. Der Transport war im Preis glücklicherweise inbegriffen.
Als wir ankamen, gab es erst einmal eine Vorstellung und eine Zusammenfassung was wir machen werden. Bevor wir zu den Elefanten durften, mussten wir uns die traditionelle Mahout Kleidung anziehen. Hauptsächlich um unsere eigene Kleidung nicht zu verschmutzen. Wir vermuten, dass es auch dazu beiträgt, die Elefanten nicht zu verschrecken.

Liebe geht durch den Magen

Wie nähert man sich am besten einem Unbekannten? In dem man etwas zu essen mitbringt!
Wir haben also vorab das Essen für die Tiere zubereitet. Wir Frauen haben Zuckerrohre geschält und die Männer haben aus verschiedenen Zutaten eine seltsame Pampe vermischt aus denen dann klebrige Bällchen geformt wurden. Uns wurde erklärt, dass das richtige Protein Bomben für unsere großen Freunde sind. Die Zuckerrohre zu schälen war übrigens gar nicht einfach – das Messer war ziemlich stumpf und wir haben die Aufgabenverteilung getauscht. Klebrige Proteinbällchen formen fand Claudia dann doch angenehmer.
Jeder hat dann einen Jutebeutel gefüllt mit dem Essen bekommen und dann durften wir sie endlich sehen. Zwei große und ein kleiner Babyelefant.
Es gab erst einmal eine Einweisung wie wir sie füttern dürfen und uns wurde zu jedem Elefanten die Geschichte erzählt.
Das füttern alleine hat schon riesen Spaß gemacht – sie sind richtig gierig und reißen einem förmlich das Essen aus der Hand. Ein Rüssel hat sich auch schon mal direkt in die Tasche verirrt. Es war zauberhaft!

Das Schlammbad

Nach der Fütterung ging es zum Schlammbad. Für Elefanten ist das Baden im Schlamm äusserst wichtig, da sie sich bei hohen Temperaturen mit der Schlammmaske abkühlen. Hier fängt nun auch schon wieder der Bereich an, in dem das ethische Hirn denkt: „Ist das jetzt so richtig?“. Für Elefanten ist es ein großes Vergnügen sich im Schlamm zu wälzen und eine Art Ritual, welches sie auch gerne länger zelebrieren. Nun ist die Frage, ob sich das Tier durch uns Menschen gestört fühlt, wenn wir ihn mit Schlamm einreiben. Findet er es gut? Ist das schlecht? Wir wissen es nicht.
Da der Elefant sich aber auch genüsslich selbst (und uns) mit Schlamm vollgespritzt hat, blieb hier ein positives Gefühl bei uns zurück.
Glücklicherweise hatten wir die Mahout Kleidung an. Zumindest Claudia ist von Haar bis Fuß komplett mit Schlamm vollgespritzt worden.

Mittagspause

Nachdem wir uns um die Elefanten gekümmert haben, war es Zeit unsere eigenen knurrenden Mägen zu füllen. Erst gab es für alle ein tolles Mittagessen. Es wurden verschieden Platten serviert und jeder konnte sich von der Platte nehmen was er wollte. Die Auswahl für Vegetarier war allerdings spärlich. Man konnte auch problemlos Nachschlag ordern, falls es doch nicht gereicht hat. Für Nachtisch wurde auch gesorgt, wir durften alle zusammen eine kokosartige Süßspeise zubereiten und naschen. Leider wissen wir nicht wie sie heißt, aber wir haben so einige davon verdrückt.

Flussbad und Abschluss der Tour

Vom Essen gestärkt ging es mit den Elefanten dann an einen Fluss. Wir wurden das kurze Stück mit dem Auto gefahren und haben übrigens eine andere Gruppe auf Elefanten reiten gesehen. Das war für uns ein ziemlich paradoxer Moment.
Mit Bürsten bewaffnet sind wir in den Fluss gesprungen und haben den Elefanten nass gespritzt und von seinem Schlamm befreit. Wir waren fünf Personen an einem Elefanten. Scheinbar nehmen sie acht pro Elefant, was ich persönlich ein wenig viel finde – auch für die Tiere. Mit uns fünf hat das noch ganz gut geklappt, zumal nicht jeder so viel Lust auf Bürsten hatte, sondern lieber im Wasser geplanscht hat.
Das Erlebnis war faszinierend aber auch beängstigend zugleich. Wenn man direkt neben einem Elefanten steht und dieser plötzlich Lust hat sich einmal umzudrehen, dann bekommt man schon ziemlich Respekt. Für uns haben sie zumindest oft unvorhersehbare Bewegungen gemacht, weshalb ein schnelles Zurückweichen definitiv zu empfehlen ist.
Nach dieser feuchtfröhlichen Erfahrung sind wir zurückgefahren, durften duschen und wieder unsere Kleidung anziehen.
Diese hautnahe Begegnung mit diesen wunderschönen Riesen werden wir so schnell nicht vergessen.

Es hat uns auch noch mehr bewusst gemacht, dass wir jegliche Interaktion mit Tieren im Tourismus sehr kritisch hinterfragen müssen und keinesfalls möchten, dass für unseren Spaß ein Tier leiden muss.

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